Maria von Blumencron


"Solange die Kirche Kirchensteuer verlangt, sollte sie die Gleichberechtigung von Männern und Frauen einhalten. So weit ich mich erinnere, steht das im Grundgesetz.”
Elisabeth Schüssler-Fiorenza, Pionierin der feministischen Theologie

Maria von Blumencron


Maria_Blumencron_micro_TEDxKoeln

Maria Blumencron ist Filmemacherin, Autorin, Referentin und Mitbegründerin der Hilfsorganisation Shelter108 e.V..  Geboren 1965 in Wien, kam sie bereits als Klosterschülerin der Dominikanerinnen intensiv mit christlichen Inhalten und den Restriktionen für Frauen in dieser Kirche in Berührung. Nach dem Abitur wird Maria Schauspielerin. Sie schließt 1989 am Konservatorium der Stadt Wien ihre Ausbildung ab und wird 1997 an der Münchner HFF zur Drehbuchautorin ausgebildet. Nach zehn Jahren Präsenz auf Bühne und TV wechselt sie 1999 hinter die Kamera. In ihrer ersten Dokumentation „Flucht über den Himalaya“ beschreibt sie die Flucht von sechs tibetischen Kindern.

Mit weiteren Filmen und Büchern zur Thematik machte sie auf die Situation der Tibeter aufmerksam – zuletzt im Kinospielfilm ‘Wie zwischen Himmel und Erde’ mit Hannah Herzsprung in der Hauptrolle. Marias Arbeiten wurden bislang mit 19 internationalen Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnet. Sie ist Mutter eines 11-jährigen Sohnes und Patenmutter von sechs tibetischen Kindern, deren Flucht sie dokumentierte. Sie lebt in Köln und München.

Aktuell widmet sich Maria der Figur der ‚Maria Magdalena’. Eine erste TV – Dokumentation dazu wurde kürzlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgestrahlt.

MARIA MAGDALENA UND DER HEILIGE KUSS


Der Vatikan hat kein Recht, den Frauen länger die Kirchenämter zu versperren! Davon ist Maria von Blumencron zutiefst überzeugt und fragt:

Warum finden wir heute keine Frauen in leitenden Ämtern der Kirche?

Der Tod ihres Propheten am Kreuz hatte die damalige Jesus-Bewegung in eine Krise gestürzt. Erst die Auferstehung Jesu brachte die nötige Dynamik zur Gründung einer Weltreligion. Wichtigste Zeugin und Verkünderin dieses Geschehens war eine Frau: Maria aus Magdala. Sie gilt als erste Apostelin des Christentums.

Ihr Vortrag ist ein Appell an die katholische Kirche, den Frauen ihre ursprüngliche Bedeutung im Christentum wieder zu geben. Frauen waren nachweisbar Apostelinnen, Diakoninnen, Missionarinnen und Prophetinnen. Über die Hausgemeinden von Frauen breitete sich das frühe Christentum aus. Doch das Andenken an die mutigen Pionierinnen ist in Vergessenheit geraten.

In Worten, Bildern und Filmausschnitten unternimmt sie den spannenden Versuch, sie  lebendig zu machen. Allen voran Maria Magdalena, die seit 2000 Jahren den Schlüssel zu einem neuen Christentum bereit hält.

Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bild der Maria Magdalena immer wieder neu übermalt. Je nach Zeitgeist war sie Heilige, Hure, Geliebte Jesu, reuige Sünderin, femme fatal und rothaariges Pin-up-girl der sakralen Kunst. Wer war sie wirklich?

Ihr Verkündigungsauftrag war den frühen Kirchenvätern ein Dorn im Auge. Und so wird Maria Magdalena schließlich zur Prostituierten herab degradiert. Zur reuigen Sünderin. Eine spirituell hochstehende Frau wird zur Propagandafigur der Kirche.

PS: Und natürlich beantwortet sie auch diese heute so dringliche Frage: Küsste Jesus Maria Magdalena tatsächlich auf den Mund?