Leander Jakob


"Zuerst habe ich selbst geglaubt ich wäre hyperaktiv – das war sicher ein Problem. Meinen Widerstand gegen viele Dinge habe ich heute immer noch – aber ich habe gelernt damit umzugehen."

Leander Jakob


Leander Jakob

Leander Jakob ist der Sohn von Dirk Jakob. Sein noch junger Lebenslauf liest sich abenteuerlich: Zunächst im Haushalt seiner leiblichen Mutter lebend, eckte er schon im Kindergarten oft an, galt auch später als aggressiv und schwer erziehbar. Sein Leben glich einer Endlosschleife aus Aggression, Misstrauen allen Menschen und dem Leben generell gegenüber, Schulrauswürfen, Apathie, Polizeigewahrsam, Bindungsangst und so fort.

Verschiedene Ärzte diagnostizierten bei ihm ADSH unterschiedlichen Schweregrads – alle jedoch verschrieben ihm ausnahmslos hochdosierte Medikamente. Auf der Grundschule durfte er nur unter der Bedingung bleiben, dass er Ritalin nehmen würde; das Jugendamt drohte, ihn in einer Erziehungsanstalt unterzubringen. Unter diesem Druck verabreichte man ihm, wenn auch schweren Herzens, die Medikamente und versuchte gleichzeitig einen Therapieplatz zu bekommen. Dies war schier unmöglich – die infrage kommenden Ärzte und Institutionen waren überfordert und konnten ihm aufgrund voller Terminpläne keine Möglichkeit bieten.

Trotz hoher Medikamentierung mit Ritalin (das übrigens unter das Drogengesetz fällt) galt sein Zustand alles andere als berechenbar und ‘sozialisiert’.

Als die familiäre Situation eskalierte, zog Leander zog mit seinem älteren Bruder zu seinem Vater und dessen 2. Frau. Aufgrund seiner auf das Ritalin zurückzuführenden deutlichen Verhaltensänderung bemühten sich seine zweite Mutter und sein Vater vermehrt um Alternativen, die sie schließlich in einem spezialisierten Institut fanden. Seitdem nimmt Leander kein Ritalin mehr.

Mit einem IQ von 129 wurde Leander aus der Realschule ausgeschult und besuchte zunächst eine Hauptschule. Aufgrund seiner Verhaltensauffälligkeiten wurde er auch von dort verwiesen und musste privat beschult werden. Diese Schule schloss er mit Erfolg ab, absolvierte danach die Realschule mit der Empfehlung auf eine weiterführende Schule.

Leander besucht heute mit Erfolg und Engagement die 12. Klasse und ist als 17- jähriger in Heidelberg in den Jugendausschuss des  Stadtparlaments Heidelberg gewählt worden, hat bereits seinen Autoführerschein gemacht und ist erkennbar abgeklärter als die meisten Jugendlichen in seinem Alter. Während der letzten Jahre hat er intensiv auf vielen auch großen Bühnen Theater gespielt und gilt hier als sehr talentiert.

Dirk und Leander Jakob


In ihrem Vortrag schildern Vater und Sohn lebendig und beeindruckend, wie sie die Situation aus ihrer Sicht gemeistert haben, welche Herausforderungen (immer noch) bestehen. Beide geben Tipps und Ideen, wie man in Familie, Schule und Freundeskreis mit solchen Herausforderungen umzugehen lernt.