Heiko Fischer


"Zwei grosse HR-Mantras sind: der beste Manager ist der, der nicht da sein muss, und: man muss die Veränderung vorleben, die man in der Welt sehen möchte. Wenn man diese zwei Ansprüche miteinander verbindet, ergibt sich fast zwangsläufig das RH Konzept einer sich selbst organisierenden, demokratischen Organisation."

Heiko Fischer


Heiko Fischer

Die Zukunft der Arbeit – Von HR zu RH


Heiko Fischer, Personaler in der 3. Generation, fragt sich seit jeher: Was ist der Sinn und Zweck einer wirtschaftlichen Organisation – Profit, Sinnstiftung, Imagevermehrung, Kunden glücklich machen? Firmen müssen genügend Geld erwirtschaften und Produkte erschaffen, ohne die ihre Kunden etwas vermissen würden. Gute Produkte – geschaffen von Menschen, die Spaß daran haben, sie zu kreieren. Doch wie funktioniert die Balance zwischen ‘Wollen’ und kreativem Schaffen einerseits und ‘Müssen’ und wirtschaftlichem Druck andererseits? Widerspricht das nicht völlig dem klassischen Selbstverständnis von Unternehmen, zumal europäisch geprägten?

Die befreiende Formel ist so schlicht wie stimmig: je mehr Wollen und je weniger Müssen, desto profitabler die Firma. Doch wie kann das gehen in Zeiten höchster Anspannung? Das untersuchen Wirtschaftsexperten und HR- Spezialisten schon lange mit umstrittenen Erfolg.  Der RH-Way steht für eine erfrischend neu formulierte Rückbesinnung innerhalb von Organisationen, um dieses Verständnis von unternehmerischen Handeln zu unterstützen.

Heiko glaubt daran, dass die HR (Human Resources) Verantwortlichen in Unternehmen Treiber dieser Rückbesinnungen sein sollte.  ‘Die HR – Leute  beschweren sich fortwährend, dass sie nicht genügend am Entscheidertisch vertreten ist, doch in unserer Tagesarbeit tun wir leider fast alles, um sicherzustellen, dass es so bleibt.  Doch welche Innovation hat HR in den letzten Jahren beigetragen? Unsere Ambition muss grösser sein. Jedermann in einer Organisation sollte die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Personalkompetenzen verstehen und selbst autonom anwenden können. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, können wir den Entscheider Tisch mit gutem Gewissen verlassen. HR sollte sich genau dahin weiterentwickeln – oder sich damit abfinden, immer Lakai zu bleiben.’

Leichter gesagt als getan. Doch als weltweiter Personalchef der Videospielherstellers Crytek schuf Heiko das richtige Innovations-Umfeld, um diese Management-Theorie zu testen. Cryteks Agenda besagte, den kulturellen Rahmen der Organisation direkt mit der Wertschöpfungskette zu verschmelzen, um kleine, selbst-organisierende Teams als schlagfertiges unternehmerisches Netzwerk aufzustellen. Alles, was der Qualität und der Produktion im Wege stand, wurde radikal von Teams aus der Organisation entfernt.  Es blieb das Burrito Prinzip, ein schlanker Wrap von Prozessen und Policies mit viel Geschmack in der Mitte.  Die Verantwortung und die Mittel wurden vom Management mit der Bitte um verantwortungsvollen Umgang  an die Teams übergeben. Und siehe da – sie taten es! Das Konzept der Resourceful Humans wurde geboren.

‘Anstatt Dinge zu unserer Kultur hinzuzufügen, haben wir Störgeräusche jeglicher Art radikal entfernt. Mein Team zählte keine Urlaubstage mehr.  Wer Urlaub brauchte, nahm ihn sich in Absprache mit seinem Team. Warum Tage zählen, wenn die Ergebnisse stimmen. Wir erlaubten Teams, ihre Manager und neue Mitglieder demokratisch zu wählen und dadurch Macht und Verantwortung neu zu legitimieren. Wir ersetzten Leistungsbeurteilungen mit Entwicklungs-programmen. Gehälter wurden transparent gemacht und Teams wurde ermöglicht, diese selbst anzupassen. Wir setzten sogar ein peer-to-peer Bonus System auf, in welchem Mitarbeiter sich gegenseitig selbst belohnen konnten. Letztendlich stellten wir HR auf das Scrumm System um; wie unsere Spiel-Teams mussten wir alle zwei Wochen transparent Produkte und Service herstellen, die positiven Wert schafften. Das große Ziel des RH-Ways: ermögliche Resourceful Humans größtmögliche Freiheit und räume alles aus dem Weg, was sie davon abhält ihrer Leidenschaft nachzugehen.’

Heikos Ansatz verfolgt zwei Ziele: Die Personalverantwortlichen zu überzeugen, sich im Dienst der Resourceful Humans in ihrer gegenwärtigen Form überflüssig zu machen und zweitens, HR weiterzuentwicklen, um eine neue Art der positiven Unternehmensführung im Gleichgewicht von Profit und Menschlichkeit zu werden.

Heiko wird seine Erfahrungen mit dem RH-Way vortragen und mit Beispielen belegen, wie Resourceful Humans das etablierte Command & Control System aus dem Gleichgewicht brachte, um ein gänzlich neues Gleichgewicht zu erschaffen. http://www.resourceful-humans.com/Resourceful_Humans_Consulting/Resourceful_Humans_Consulting.html